Sport
Schulsport
war und bleibt in meiner Erinnerung eine traumatisierende Erfahrung von Ausgrenzung, eine mir endlos scheinende Folge von Demütigungsveranstaltungen, die in derjenigen der Bundesjugendspiele (ehemals Reichssportfest) gipfelte, für mich eine Art Harmageddon der Leibesübungen.
Sicher, Bewegung tut mir gut und hilft mir, mein Gewicht zu halten. Aber Freude daran gehört für mich in die Nähe der nicht nachvollziehbaren Perversionen.
Die Verquickung mit Ehrgeiz, Profit, Fanatismus, Rivalität und gewaltsamen Ausschreitungen darf man krank finden. Sie fügt sich aber nahtlos in die gewollte Allgegenwart einer fetischartigen Wettbewerbsideologie.
Der martialische Kommando- und Kasernenhofton mancher Trainingsformen sowie der teils ohrenbetäubende nur ansatzweise musikalisch anmutende Begleitlärm erwecken manchmal den Eindruck, als solle einem all das auch noch den letzten Rest von so etwas wie Leichtigkeit, Freude, Spaß oder Vergnügen aus dem Bewusstsein prügeln. Jedenfalls strahlen manche Sporttreibende die Wirkung solcher Methoden durchaus überzeugend aus. Mich aber zieht wenig in den Garten, wenn sich dort nur "die Harten" tummeln. Und was wollen die da überhaupt? An Blumen riechen, um endlich den Schweißgeruch aus der Nase zu bekommen? Die können mit Botanik doch gewiss genauso wenig anfangen wie ich mit der Atmosphäre eines Fitnessstudios und orthopädischen Fachsimpeleien.