Schwere Sprache? Nö!

Nur mal so, weil mir diese Fehler immer wieder auffallen:


Der Akkusativ Singular des unbestimmten männlichen Artikels "ein" heißt "einen" und nicht "ein".

Der Akkusativ Singular des unbestimmten sächlichen Artikels "ein" heißt "ein" und nicht "einen".

Analoges gilt für "kein" und das Possessivpronomen "sein"..

Also:

Er hat keinen Führerschein.

Sie hat keinen Plan.

Ich sehe einen Baum.

Wir machen einen Spaziergang.

Das macht mir keinen Spaß.

Wir beschaffen einen Ersatz.

Auf einen Tag mehr oder weniger kommt es nicht an.

Ich grüße meinen Nachbarn.

Er hat einen Vogel.

ich kenne seinen Sohn.

Er sucht einen Vorwand.

Wir warten einen Monat.

Ich brauche einen Hammer.

Die Sache hat einen Haken.

Ich habe gestern einen Film gesehen.

Sie hat ein Kind.

Ich sehe da ein Problem.

Er hat kein Dach über dem Kopf.

Er hat ein Brett davor.

Ich male ein Bild.

Ich habe mir ein Auto gekauft.

Wir machen ein Spiel.

Wir wagen ein Abenteuer.

Wir warten ein Jahr.

Gib mir ein Wort, gib mir dein Wort.

Ich kenne ein Land, da scheint immer die Sonne.

Ich habe gestern ein Video gesehen.

Ich habe hier kein Kino gefunden.

*

Man kann Schuld haben oder tragen, weil man auch die Schuld an etwas haben oder tragen kann.

Man kann schuld sein, weil man auch schuldig sein kann.

Aber man kann nicht Schuld sein, und man kann nicht schuld haben.

*

Dass wir unser Ziel erreicht haben, ist das Verdienst von Herrn Ulrich. Dass wir es geschafft haben, haben wir ihm zu verdanken.

Der Verdienst von Herrn Ulrich beträgt 2500 Euro im Monat. Der steht ihm für seine Arbeit auch rechtmäßig zu.

Das Schild an der Stelle bedeutet, dass man dort nicht halten darf.

Der Schild schützt ihn vor feindlichen Angriffen. Der Schutzschild ist nicht dazu da, etwas darauf zu schreiben, anzuzeigen oder zu lesen. Er schützt. Wenn das Schild robust und groß genug ist, könnte man es auch als einen Schild benutzen.

*

Ich habe meine Jacke aufgehängt. Und er hat seinen Beruf an den Nagel gehängt. Beim Wettrennen hat er mich abgehängt.

Ich hängte meine Jacke auf. Er hängte die Wäsche auf. Er hängte seinen Beruf an den Nagel. Beim Wettrennen hängte er mich ab.

Das Bild hat lange an der Wand gehangen. Er hat sehr an seiner Mutter gehangen. Die Bäume hingen voller Früchte. Sie hing damals ziemlich in den Seilen. Er hing seinen Gedanken nach.

Wegen all dieser Fehler, die er ständig lesen musste, hat er sich schließlich nicht etwa erhangen, sondern erhängt.

*

Dass ich das noch erleben darf!

Das hat er nicht wirklich gesagt.

Das Angebot, das ich Ihnen jetzt mache, gilt nur heute.

Ich meine das Kind, das im Sandkasten spielt.

Ich habe ihm verboten, dass es im Sandkasten spielt.

Glaubst du, das mache ich absichtlich?

Glaubst du, dass ich das absichtlich mache?

Das stimmt, das habe ich auch schonmal gehört.

Es stimmt, dass er das gestern so gesagt hat.

Ich bezweifele, dass er es ernst meint.

Dass ausgerechnet Sie das sagen, wundert mich nicht.

Übrigens: Das "das" als Artikel oder Relativpronomen ist leicht durch "dieses", "jenes" und in Relativsätzen durch "welches" zu ersetzen, das "dass" dagegen nicht.

Das soll gesund sein? Dass ich nicht lache!

"Dieses/Jenes" soll gesund sein?" geht. "Dieses/Jenes" ich nicht lache" geht nicht.

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Das Mädchen war recht vergnügt. Es spielte ausgelassen im Garten.

Das Mädchen hatte Geburtstag. Seine Mutter backte einen Kuchen.

Die Tochter war recht vergnügt. Sie spielte ausgelassen im Garten.

Die Tochter hatte Geburtstag. Ihre Mutter backte einen Kuchen.

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Es gibt gute Erklärungen zur starken und schwachen Beugung von Adjektiven, z.B. hier https://lektorat-online.at/wordpress/starke-und-schwache-beugung-von-adjektiven/

Entgegen einem sich leider immer weiter verbreitenden Irrtum, dessen Ergebnisse sich ebenso schlimm sprechen lassen wie anhören, gibt es zu den folgenden Sätzen keine alternative Beugung.

Er prahlt mit seinem vielen Geld.

Sie kommen mit ihrem neuen Auto.

Er wohnt hinter dem alten Krankenhaus.

Mit seinem genialen Einfall hat er mir sehr geholfen.

Am morgigen Montag habe ich frei.

Dem blöden Heini werde ich mal so richtig Bescheid sagen.

Was dem einen gefällt, muss dem anderen noch lange nicht gefallen.

Hier findet sich alles unter einem gemeinsamen Dach.

Hier nun alles noch einmal auf einen Blick.

Er ist auf einem guten Weg.

Das habe ich vom ersten Augenblick an geahnt.

Sie sah sich im Cabrio fahr'n, mit dem Wind im offenen Haar.

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Der Genitiv des sächlichen und des männlichen Pronomens "dieses bzw. dieser" lautet "dieses" und nicht "diesen".

So wenig, wie es "das Dach diesen Hauses", "das Spielzeug diesen Kindes" oder "der Hund diesen Rentners" heißt, heißt es "im Sommer diesen Jahres". Dieser Ausdruck ist falsch. Eine Analogie zu "im Sommer letzten Jahres" besteht nicht. Man könnte nämlich auch sagen "im Sommer des letzten Jahres". Eine vergleichbare Ursprungs- oder Ausgangskonstruktion gibt es bei "dieses/dieser" jedoch nicht.  Aber wer sagt "im Pool diesen Hotels" oder "am Ende diesen Tunnels" kann natürlich auch weiterhin die Wendung "im Dezember diesen Jahres" verwenden ... An mir soll es nicht liegen.

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Als Hauptwort benutzte Verben werden großgeschrieben.

Essen zum Mitnehmen.

Zeit zum Antworten.

Das Wandern ist des Müllers Lust.

Dieser Gedanke kam mir beim Schreiben.

Tips zum Fotografieren und Filmen.

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Adjektive, die sich auf im Text zuvor erwähnte Substantive beziehen, werden kleingeschrieben.

Der neue Chef ist viel umgänglicher, als der alte.

Das blaue Kleid gefällt mir besser, als das grüne.

Wir fahren ins Blaue.

Meine Alte ist stocksauer.

Der Neue grinst immer so komisch.

Was das Erste betrifft, das du sagtest, so stimme ich dir zu. Aber beim Zweiten muss ich dir widersprechen.

Der erste Satz stimmt, der zweite (Satz) nicht.