Salatgarten
In meiner Nähe gibt es die Niederlassung eines anscheinend weltanschaulich geprägten Netzwerkes von Kindergärten, dessen Name an einen Salat aus Äpfeln und Sellerie erinnert. Die Mitarbeiterinnen dort, ebenso wie die Eltern der dort betreuten Sprösslinge machen auf mich einen eher reservierten, elitären Eindruck. Auf Ansprache reagieren sie ziemlich humorlos und abweisend. Das (Zurück-)Grüßen haben sie definitiv nicht erfunden.
Neulich war wieder ein ganzer Trupp von Kindern mit zwei Betreuerinnen unterwegs und ich wagte jene auf die vermeintliche Anzahl der Kinder anzusprechen, die ich auf 18 schätzte. Da erhielt ich den recht muffig-unwilligen Bescheid "18? 20!" Also werde ich mich das nächste Mal lieber gruß- und kommentarlos vorbeischleichen, wie es diesen Menschen offenkundig auch lieber ist und wie sie es ihren Zöglingen gerne vorleben und antrainieren. Mich selbst würde ich auch nicht gerade als übertrieben leutselig bezeichnen, ich sehe aber, dass alles immer auch noch steigerungsfähig ist. Ich mag völlig falsch liegen und einem Vorurteil erliegen, aber das ganze Umfeld scheint mir eines zu sein, das sich selbst als etwas Freigeistig-Besseres definiert, das administrative Vorgaben in erster Linie als Bevormundung erlebt und die all jene, die das womöglich weniger kritisch sehen, als angepasste "Schafe" und "Systemlinge" verachtet. Und Leute, die auch das Wort "Gutmenschen" im Munde führen, sind an Humorlosigkeit darin nun mal schwer zu unterbieten. Nun, Kirschen werde ich mit ihnen wohl nicht essen.