HSP und INFJ
Um es vorweg zu sagen: Es handelt sich um Persönlichkeitstypen. Und im Zeitalter der Suchmaschine erspare ich mir hier detaillierte Erklärungen. Nun, ich gehöre offenbar zu diesen Typen. Ich bin nicht stolz darauf, aber schon darauf, es herausgefunden zu haben.
Das war ein durchaus steiniger Weg, ein quälend schmerzhafter Prozess.
Von INFJ habe ich übrigens heute, am 12.07.2024 (mit fast 62 Jahren), zum ersten Mal gelesen.
Zu schämen oder zu verstecken brauche ich mich nicht. Es gibt genügend Dummdreiste, Aggressive und Dünkelhafte, die brachial an die Öffentlichkeit drängen und weit mehr Grund hätten, sich für ihr Sosein zu schämen, als ich. Und wenn ich noch mal die Suche nach Außerirdischen bemühen darf: Was treibt uns so sehr an, nach den vermeintlichen Brüdern und Schwestern im All zu suchen? Die Angst, in den unendlichen Weiten des Kosmos allein zu sein? Auf sich aufmerksam zu machen, birgt Risiken. Werden die von den Chancen tatsächlich überwogen oder ist das nur in unserem Wunschdenken so?
Das sind die Fragen, die sich auch mir stellen. Es kann sehr wohltuend sein, auf Gleichgesinnte zu treffen, auf Menschen, die ticken wie man selbst, und Zeit mit ihnen verbringen zu dürfen. Vor allem, wenn man über Jahrzehnte hinweg vorwiegend von Leuten umgeben war, auf die das nicht zutrifft. Eine Tatsache, die einem das frustrierende Gefühl gibt, einsam und allein vielleicht nicht unbedingt unter Wölfen, aber doch zumindest unter lauter Zoobesuchern zu sein, die einen mitunter wie einen Exoten, einen Sonderling beäugen und behandeln. Meine aufgrund derartiger Erfahrungen bevorzugten Begriffe sind die des Belächelns, Befremdens und Bekopfschüttelns. Ungeduld, Unverständnis und Ablehnung gehören auch dazu.
Die Welt scheint den Lauten zu gehören, den Großkotzen, die noch nie etwas von Selbstzweifeln gehört haben, sowie den unsensiblen Kotzbrocken, immer korrekt, sachlich, nüchtern, aber eben auch kalt und unpersönlich.
Ich habe mich eigentlich nie besonders für Politik interessiert. Aber zunehmende gesellschaftliche Polarisierung und Spaltung drängen einen förmlich dazu. Ich würde mich weiterhin als Mann der Mitte bezeichnen. Die Vertreter und Vertreterinnen der politischen Ränder sind mir in aller Regel schon allein aufgrund ihres Auftretens, ihrer Mentalität, ihrer Sprache und ihres überheblichen Sendungsbewusstseins fremd und unsympathisch, schon lange bevor es überhaupt um irgendwelche politischen Inhalte geht.
Die
Missmutigen, Dauergereizten, ewig Unzufriedenen, die aufbrausenden
Eiferer, Belehrer und Bekehrer mit ihren düsteren Untergangsphantasien sind einfach nicht mein Fall. Sie sind
mir nicht nur fremd geblieben, einige ihrer Art sind mir nach
zunehmender Enttarnung im Laufe der Jahre auch so weit fremd
geworden, dass es schließlich unvermeidlich schien, sich von ihnen zu trennen.