Gute Texte
Eine Hymne der Selbstbehauptung
I am what I am
Aus dem Musical "Ein Käfig voller Narren" von Jerry Herman, uraufgeführt am Broadway 1983, die Disco-Version von Gloria Gaynor stammt aus dem selben Jahr. Der Song ist längst nicht mehr nur eine Hymne der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender. Seinen eigenen Weg zu gehen, sich nicht zu verleugnen und verbiegen zu lassen, ist schließlich eine Aufgabe, die sich jedem Menschen im Leben stellt. Man lebt nur wirklich, wenn man zu sich selbst steht.
Bleib Du selbst, denke und rede nicht schlecht über Dich selbst! Lass Dich nicht von der schlechten Meinung anderer über Dich beeindrucken, runterziehen oder gar anstecken, mach sie Dir nicht zueigen! Versuche nicht, Dich zu beugen und anzubiedern! Lerne wohlmeinende Kritik von böswilliger zu unterscheiden! Lass Erstere zu und beherzige sie! Beneide niemanden, sondern mach lieber andere neidisch!
Ich bin, was ich bin
Ich
bin, was ich bin.
Ich bin meine eigene spezielle Kreation.
Also
komm, schau mich an,
geh weg oder gib mir Applaus.
Es ist meine
Welt,
auf die ich stolz sein möchte,
meine Welt
und es ist
nicht ein Platz, an dem ich mich verstecken muss.
Das Leben ist
nichts wert,
bis du sagen kannst
Ich bin, was ich bin!
Ich
bin, was ich bin
ich möchte kein Lob, ich möchte kein
Mitleid.
Ich schlage meine eigene Trommel
Einige denken es ist
Lärm, ich denke, es ist schön.
Also was, wenn ich jedes Funkeln
und jedes Armband liebe
warum nicht versuchen, das Leben von einem
anderen Standpunkt zu sehen?
Dein Leben ist nur ein Schwindel,
bis
du schreien kannst:
Ich bin, was ich bin!
Ich bin, was ich
bin
und dafür brauche ich mich nicht zu entschuldigen.
Ich
spiele mein eigenes Blatt,
manchmal die Asse manchmal die
Zweien,
Es ist ein Leben und da gibt es kein Zurück und kein
Pfand,
Ein leben, also ist es Zeit, die Kammer zu öffnen.
Das
Leben ist nichts wert,
bis du schreien kannst:
Ich bin, was ich
bin!
Ich bin, was ich bin!
Ich bin, was ich bin
und
dafür brauche ich mich nicht zu entschuldigen.
Ich spiele mein
eigenes Blatt,
manchmal die Asse manchmal die Zweien
es ist ein
Leben und da gibt es kein Zurück und kein Pfand.
Ein Leben also
ist es Zeit, die Kammer zu öffnen.
Das Leben ist nichts wert,
bis
du schreien kannst:
Ich bin, was ich bin!
OH-
bin ich
OH- bin ich
Ich bin, ich bin, ich bin gut.
Ich bin,
ich bin, ich bin stark.
Ich bin, ich bin, ich bin würdig.
Ich
bin, ich bin, ich gehöre
Ich bin
Ich bin
Ooh
ooh ooh ooh bin ich
Ich bin, ich bin, ich bin nützlich.
Ich
bin, ich bin, ich bin ehrlich.
Ich bin, ich bin jemand.
Ich bin
so gut wie Sie, ah ha
ah ha, ooh ooh ooh ooh ja bin ich
ah ah
ah ah
Doo doo doo doo bin ich
Ich bin, ich bin, ich bin
*
Prolog zu Andrè Hellers Flic Flac
Die Generäle der Banalität, die Missionare des Alltäglichen fürchten und bekämpfen das Phantastische, weil es unberechenbar ist, weil es die Menschen wach macht und zu Reisenden, unterwegs zu Ozeanen des Widerspruchs, Gebirgen des Aufruhrs, Vegetationen der Seligkeit. Das Phantastische ist das Gegenteil der Uniformität, das Gegenteil des Staates, das Gegenteil der Kirche, das Gegenteil des sicheren Erfolgs, das Gegenteil der Direktion, das Gegenteil der Fabrikation; es ist die heilige Unvernunft, die Macht, die Pracht und die Herrlichkeit des Sich nicht fügens!
Ich habe diesen Text im März 1982 aus einem Mitschnitt schriftlich festgehalten, weil ich ihn schon damals beeindruckend kraftvoll fand. Phantasie ist etwas Wertvolles. Und etwas mehr Aufruhr, Widerspruch und Unberechenbarkeit hätten mir manchmal auch gut getan. Andererseits möchte ich heutigen Eiferern und Aufrührern nicht das Wort reden, nicht denen zustimmen, die heutzutage alles und jeden verachten und beschimpfen, überall Intrigen und Verschwörungen wittern, jede andere Meinung ablehnen, verachten und bekämpfen. Aber die blutleeren Rationalisten, Materialisten, Technokraten, Bürokraten, die arbeitsgeilen Karrieristen und eisig unterkühlten Phantasielosen sind mir auch heute noch ebenso zuwider wie die, die gegen alles sind und aus dem Karussell ihres Opferwahns und Hasses vor lauter blinder Wut gar nicht mehr herausfinden.