Böllerverbot?

Alle Jahre wieder kommt die Diskussion um ein Böllerverbot auf.

Jedes Jahr wird die Geldverschwendung, die Umweltbelastung sowie die Rücksichtslosigkeit gegenüber Wild- und Haustieren angeprangert. Und jedes Jahr verlieren Menschen Gliedmaßen, Gehör, Augenlicht oder gar das Leben aus fremdem oder gar aus eigenem Verschulden.

Und nicht nur im Bereich der Politik gibt es das Phänomen des Extremismus, der Maßlosigkeit, der Grenzüberschreitung und des Fehlens von Reife, Einsicht und Rücksichtnahme.

Da ist von waffenartigen Kugelbomben die Rede und Feuerwerkskörper werden gezielt in Wohnungen gesteuert. Daran, dass auch schon Tage vor und noch Tage nach dem Jahreswechsel herumgeknallt wird, hat man sich ja fast schon gewöhnt.

Immer wieder kommt es auch zu tragischen und vermeidbaren schweren Verletzungen und Todesfällen. Jeder davon ist zu bedauern und vollkommen überflüssig und unnötig.

Menschen machen Fehler. Aber warum machen einige, die "volljährig" und "erwachsen" genannt werden wollen, bei klarem Verstand immer ausgerechnet solche waghalsigen Experimente, bei denen ihnen absehbar die Möglichkeit genommen wird, aus ihren Fehlern zu lernen. No risk, no fun? Ist denn der Jahreswechsel so etwas Besonderes und ohne Böllerei so schrecklich langweilig, dass man sein sauer verdientes Geld unbedingt innerhalb von wenigen Minuten auf den Kopf hauen muss? Wir klagen über steigende Preise und klamme Kassen, aber für alles was knallt und raucht, ist immer Geld da? nicht die Zeiten, in denen "böse Geister" vertrieben werden mussten, längst vorbei? Warum sprechen wir das ganze Jahr über Umweltverschmutzung und Feinstaubbelastung, nur nicht an Silvester?

Dieses Jahr kann man sich durch seine Unterschrift unter eine Petition für ein Böllerverbot stark machen. Ich habe mich bisher dazu nicht durchringen können.

Käme ein Böllerverbot durch, fühlten sich gleich wieder einige auf den Schlips getreten, in ihrer Freiheit beschnitten, gegängelt und bevormundet. Schnell würde wieder eine angebliche Überreglementierung, eine staatliche Einmischung beklagt.

So lange Unfälle im Umgang mit Feuerwerkskörpern nur die volljährigen Verursacher selbst treffen, hält sich mein Mitleid für eben diese zwar in Grenzen, für die Hinterbliebenen aber ist es grausam und man kann nur hoffen, dass wenigstens diese noch so etwas wie Einsicht zeigen und – wenn auch zu spät – aus den übermütigen Fehlern ihrer Lieben lernen, ganz ohne jede "böse" Bevormundung.